Plan-Build-Run vs. Source-Make-Deliver: zwei IT-Betriebsmodelle im Vergleich

Plan-Build-Run (PBR) und Source-Make-Deliver
(SMD) sind zwei grundlegende Organisationsmodelle für die
Unternehmens-IT. PBR ist der klassische, technikzentrierte Ansatz:
IT-Systeme werden geplant, gebaut und betrieben. SMD ist das modernere,
kundenorientierte Modell, in dem sich die IT wie ein interner
Dienstleister organisiert – sie bezieht Leistungen (Source), erstellt
sie (Make) und liefert sie an die Fachbereiche (Deliver). Der Wandel von
PBR zu SMD ist eine Reaktion auf Cloud, Outsourcing und den Druck nach
mehr Geschwindigkeit.
Was ist das
Plan-Build-Run-Modell?
Das Plan-Build-Run-Modell gliedert die IT entlang des Lebenszyklus
eines Systems in drei Phasen:
- Plan: Anforderungen werden erfasst, Architektur und
Projektplan entstehen. - Build: Die Systeme werden entwickelt, konfiguriert
und implementiert. - Run: Das System geht in Betrieb und wird
gewartet.
Der Fokus liegt auf Stabilität, Verfügbarkeit und
Sicherheit. PBR ist system- und technikzentriert – die IT denkt
in Anwendungen und Infrastruktur, nicht in Services für ihre Kunden.
Stärken: klare Struktur, vorhersagbare Kosten,
frühes Risikomanagement. Schwächen: langsame Umsetzung
durch starre Phasen, geringe Anpassungsfähigkeit, hohe Abhängigkeit von
der Planungsqualität. In einer Welt aus Cloud-Diensten und schnellen
Marktzyklen stößt das Modell zunehmend an Grenzen.
Was ist das
Source-Make-Deliver-Modell?
Das Source-Make-Deliver-Modell betrachtet die IT als
wertschöpfende Leistungskette – ähnlich einem
Produktionsunternehmen. Es wurde im Konzept des „Integrierten
Informationsmanagements“ (Zarnekow/Brenner) geprägt und überträgt die
Logik einer Lieferkette (angelehnt an das SCOR-Modell) auf die
IT-Organisation. Statt Technik zu verwalten, organisiert sich die IT als
interner Service-Provider für die Fachbereiche:
- Source: Beschaffung von IT-Leistungen – intern
erbracht oder extern eingekauft (Cloud, Dienstleister, Freelancer) –
inklusive Lieferanten- und Sourcing-Management. - Make: Die eigene Leistungserstellung:
Service-Portfolio, Entwicklung, Integration der bezogenen und selbst
erstellten Bausteine, Qualitätssicherung. - Deliver: Die Auslieferung der IT-Services an die
internen Kunden, das Management der Kundenbeziehung und die
Schnittstelle zu den Fachbereichen.
Der Kern ist ein Perspektivwechsel: Die IT denkt nicht mehr in
Systemen, sondern in Services und Kunden. Sie
entscheidet bewusst, was sie selbst erbringt (Make) und was sie einkauft
(Source) – und liefert das Ergebnis als definierten Service aus
(Deliver).
Plan-Build-Run
vs. Source-Make-Deliver: der zentrale Unterschied
| Dimension | Plan-Build-Run | Source-Make-Deliver |
|---|---|---|
| Perspektive | technik-/systemzentriert | kunden-/serviceorientiert |
| IT-Selbstverständnis | Betreiber von Systemen | interner Dienstleister |
| Steuerungslogik | Projektlebenszyklus | Wertschöpfungskette |
| Sourcing | Eigenleistung dominiert | Make-or-Buy bewusst gesteuert |
| Stärke | Stabilität, Planbarkeit | Flexibilität, Kundennähe |
Wichtig: SMD ist kein Entwicklungs- oder
DevOps-Workflow, sondern ein Organisations- und
Steuerungsmodell. DevOps, CI/CD oder Microservices sind
Methoden, die innerhalb eines SMD-orientierten Betriebs zum Einsatz
kommen können – sie sind aber nicht das Modell selbst.
Warum wandelt sich die
IT von PBR zu SMD?
Drei Entwicklungen treiben den Wechsel:
- Cloud und Outsourcing: Immer mehr Leistungen werden
eingekauft statt selbst betrieben. Das macht „Source“ zur eigenständigen
Kerndisziplin – Sourcing- und Lieferantenmanagement werden zentral. - Geschwindigkeit: Fachbereiche erwarten schnelle,
bedarfsgerechte Services. Das starre Plan-Build-Run kann dieses Tempo
oft nicht liefern. - Produktorientierung: Vorreiter wie Zalando, Spotify
oder Otto haben Plan-Build-Run zugunsten produkt- und
serviceorientierter Organisationsformen abgelöst – die IT wird vom
Kostenfaktor zum Wertschöpfungspartner.
Was bedeutet
der Wandel für die IT-Organisation?
Mit dem Übergang ändern sich vor allem die Rollen:
Weg von reinen Betriebs- und Projektrollen, hin zu Service-Ownern,
Sourcing-Managern, Architekten und Produktverantwortlichen. Diese
Kompetenzen sind intern oft nicht vorhanden – gerade der Aufbau von
Sourcing-Steuerung und service-orientierter Architektur erfordert
Erfahrung, die viele Organisationen extern ergänzen.
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den Übergang von Plan-Build-Run zu service-orientierten Modellen
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Häufige Fragen
Was bedeutet Plan-Build-Run? Ein klassisches
IT-Organisationsmodell mit drei Phasen – Plan (Planung), Build (Aufbau),
Run (Betrieb). Es ist technikzentriert und auf Stabilität ausgelegt.
Was bedeutet Source-Make-Deliver? Ein modernes
IT-Organisationsmodell, in dem sich die IT als interner Dienstleister
versteht: Leistungen beziehen (Source), erstellen (Make) und an die
Fachbereiche ausliefern (Deliver).
Ist Source-Make-Deliver dasselbe wie DevOps? Nein.
SMD ist ein Organisations- und Steuerungsmodell, DevOps eine
Entwicklungs- und Betriebsmethode. DevOps kann Teil eines
SMD-orientierten Betriebs sein, ersetzt das Modell aber nicht.
Warum lösen Unternehmen Plan-Build-Run ab? Weil
Cloud, Outsourcing und der Bedarf an Geschwindigkeit eine kunden- und
serviceorientierte IT erfordern, die Plan-Build-Run in seiner starren
Form nicht liefern kann.
Konzeptioneller Hintergrund: „Integriertes Informationsmanagement
– Vom Plan, Build, Run zum Source, Make, Deliver“ (Zarnekow/Brenner).
Stand 2026.
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